Nutzung von Torf:

Einige Firmen stellten um die Jahrhundertwende Teppiche, Decken und Dekorationsstoffe aus Torf her KRAUTSTEIN (1997). Textilien lassen sich nur aus dem groben, faserhaltigen Material herstellen. Traditionell wurde Torf auch als Brennstoff verwendet, als Koks für die Metallurgie oder als Heizgas in Glashütten, Brauereien und Salinen. Schwach zersetzte, helle Torfsorten werden zu Torfmull verarbeitet, der auch heute noch häufiger als Einstreu in der Viehwirtschaft, besonders in Pferdeställen dient. Da er durch die Gerbstoffe antiseptisch wirkt, läßt sich so eventuellen Entzündungen vorbeugen. Weitere Anwendungsmöglichkeiten: Als Verpackung zur Frischhaltung von Lebensmitteln, Isoliermaterial im Bauwesen oder Filterstoff für technische Zwecke. Es wäre auch denkbar, aus Torf wie aus jeder anderen Biomasse Chemikalien und Futter zu gewinnen, doch spielen diese Varianten in der Praxis kaum eine Rolle KRAUTSTEIN (1997).

Schwarztorf wird bevorzugt zur Brenntorfgewinnung, der Weisstorf zur Streu-, Dünge- oder Substratherstellung in der Landwirtschaft genutzt GÖTTLICH (1976).

Nutzung von Sphagnum:

Die Sphagnen können als Bioindikatoren eingesetzt werden, da sie empfindlich auf zu hohe Nährstoffeinträge und manche Umweltgifte reagieren und Schadstoffe akkumulieren (ansammeln). Sie werden z.B. zur Ermittlung der Schwermetallbelastung von Gewässern eingesetzt FRAHM & FREY (1987).

Torfmoose sind empfindlich gegenüber Stickstoffeintrag, welcher z.B. durch Stickoxide aus Verbrennungsvorgängen wie dem Verkehr, Teilen der Industrie oder einem Hausbrand verursacht werden kann FRAHM & FREY (1987). Sie können daher als Bioindikatoren für die Belastung der Luft durch Verbrennungsvorgänge eingesetzt werden.


Die Vorteile der Sphagnen als Bioindikatoren:

  • Da Moose ihre Nährstoffe direkt über die Blättchenoberfläche aufnehmen und keine selektiven Abschlussgewebe besitzen, welche sie vor äusseren Einflüssen schützen, nehmen sie Schadstoffe schneller auf als höher entwickelte Pflanzen.
  • Die Torfmoose besitzen im Gegensatz zu der höheren Pflanzen keine Möglichkeit die Nährstoffaufnahme zu regulieren MALMER (1993).
  • Sie besitzen eine hohe Ionentauscherkapazität.
  • Sie können an Ort und Stelle an ihren Standorten gesammelt werden Diese Methode ist billig und einfach in der Anwendung und liefert schnelle Werte. Hierbei müssen allerdings die Naturschutzbedingungen eingehalten werden.
  • Frühere Belastungen können über ältere Pflanzenteile ermittelt werden.



Nachteile der Sphagnen als Bioindikatoren:

  • Die Akkumulationsrate von Schadstoffen hängt von der Wachstumsrate der Moospflanze ab, d.h. die pflanze sammelt bei gleicher Applikation an Schadstoffen bei höherer Wachstumsrate weniger Schadstoffe pro Gramm Trockengewicht an als bei niedriger Wachstumsrate.
  • Je nach Moosart und Alter des Pflanzenteils variieren die Schadstoffkonzentrationen.